Historischer Verein Memmingen

Geschichtsforschung - Heimatpflege - Denkmalschutz

Seiteninhalt:

500 Jahre Streben nach Freiheit

Im Jahr 2025 werden sich die Abfassung der "Zwölf Artikel" und die "Christliche Vereinigung" in der Memminger Kramerzunftstube zum 500. Mal jähren. Der Historische Verein wird sich an der Historischen Bildungsarbeit zum lokalen und regionalen Gedenken beteiligen.

Der Historische Verein Memmingen ist seit 2019 zusammen mit dem Heimatbund Allgäu (Leadpartner), Montafon Museum und Archiv, der Kulturmeile Alberschwende, der Gemeinde Altusried, dem Geschichtsverein Region Bludenz, dem Verein für Heimat, Museum und Geschichte Durach, dem Stadtarchiv Kempten, dem Museumsverein Klostertal und der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur Partner des EU-Projekts Evs 40 (Interreg Österreich-Bayern 2014-2020). Weitere lokale und regionale Aktionen und Projekte sind  vorgesehen, um die historischen Anliegen der oberschwäbischen Bauern von 1525 in unsere Gegenwart zu transformieren.

In der Reihe der Memminger Geschichtsblätter sind folgende Sonderhefte mit Übertragungen von Flugschriften Sebastian Lotzers und des Bauernaufstandes ins Neuhochdeutsche erschienen:

Ein weiteres Sonderheft unter dem Titel "Was geschah im März 1525 in der Kramerzunftstube in Memmingen. Bauern zwischen Gewaltbereitschaft und Friedenswillen" ist derzeit in Vorbereitung und wird sich der von den oberschwäbischen Bauernvertretern am 7. März 1525 verabschiedeten Bundesordnung widmen.

Bauernbeschwerden an den Memminger Rat 1525

Im Februar 1525 wandten sich Bauern aus dem Memminger Land an den Rat der Reichsstadt - in der Hoffnung dort Gehör für ihre Forderungen nach einer Abschaffung von Zehnt und Leibeigenschaft, die Freigabe von Jagd und Fischerei, die Bemessung der Frondienste, Aufhebung des Ehrschatzes, Verminderung der Bußzahlungen, Rückgabe von Gemeindeland und eine Verminderung von Abgaben (auch bei Missernten) zu finden. Der Rat sandte Kundschafter in die Dörfer seiner Bürger und seiner Spitäler. Zwischen dem 24. Februar und 3. März fasste Sebastian Lotzer die Beschwerden in 10 Artikeln zusammen - beginnend mit dem Wunsch der Bauern nach einer Predigt des reinen Wortes Gottes; ihr Text ähnelt stark den zeitgleich formulierten Zwölf Artikeln der oberschwäbischen Bauernschaft. Am 15. März folgte die Antwort des zum Dialog bereiten Rates.

Edition der 10 Artikel (bei Franz Ludwig Baumann: Akten zur Geschichte des Deutschen Bauernkriegs aus Oberschwaben, Freiburg/Breisgau 1877, S. 120-126)

Bis zum 500jährigen Gedenken 2025 wird sich eine Arbeitsgruppe des Historischen Vereins diesem regionalen Aspekt des Jahres 1525 widmen. Interessierte sind herzlich willkommen!

Freiheit und Teilhabe - ein Blick in die Geschichte unserer Region

Wohl in jedem Jahrhundert bedurfte es Menschen, die mit Nachdruck auf die Nöte ihrer Zeit hinwiesen, Beschwerdeschriften verfassten, sich für Reformen einsetzten oder zum Widerstand gegen Willkürherrschaft und Ungerechtigkeit aufriefen. In der Flut historischer Informationen drohen ihre Namen gerne in Vergessenheit zu geraten. An dieser Stelle soll in den nächsten Monaten eine Plattform zur regionalen Freiheitsgeschichte entstehen - vom Spätmittelalter bis in unsere Gegenwart.

Freiheit und Teilhabe - ein Blick in unsere Gegenwart